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Like a bird

by Marisa

Anzeige/Kooperation

Hi meine lieben fairladies,

zeitlos, hochwertig und alltäglich, dafür steht das Slow Fashion Label like a bird*. Gründerin und Designerin Tanja Kliewe-Meyer, erzählt uns heute im Interview von der Gründung des Labels und der Idee dahinter und von der neusten Herausforderung. Das Label hat, Dank der Fashion Revolution Week, angefangen Prozesse zu hinterfragen und zu optimieren und erzählt welche Herausforderungen auf ein Modelabel dabei zukommen.

Wie ist die Idee zu “like a bird” entstanden?
Als ich aufgrund meiner vorangegangenen Jobs in einem großen Bekleidungsbetrieb gemerkt habe, dass es im
Markt noch kein kleines, individuelles Brand gibt was konzeptionell von Kollektion und Firmenstruktur sich im
Blusen- und Stricksegment der DOB durch ein hochwertiges soziales Wertesystem vom Markt abhebt, habe ich
beschlossen like a bird zu gründen.
Wir richten uns an die Frau die im Leben steht, arbeitet, ihr Work-Life-Balance im Griff hat und zudem oder
gerade deswegen hohen Wert auf die Einhaltung sozialer Grundbedürfnisse legt. Unsere Mode ist aufgrund des
Einsatzes hochwertiger Waren tagsüber im Job, zum Lunch sowie auch zum Dinner oder feinen Anlässen
tragbar. Das unkomplizierte Wohlfühlen in unseren individuellen Form-, Farben- und Warenvarianten steht für
unsere Kundin seit Beginn an im Fokus.

Ihr habt euch passend zur Fashion Revolution Week die spannende Aufgabe gestellt, eure gesamte Wertschöpfungskette zu hinterfragen. Kannst du kurz erzählen wie es dazu kam und was das Ziel der
Reise sein soll?
Dank der Fashion Revolution haben wir angefangen unsere Prozesse erneut zu hinterfragen. Zu erst dachten wir
„Klar sind wir fair und nachhaltig“, aber dann ist uns aufgefallen, dass wir doch so die ein oder andere Baustelle
haben. Denn um ehrlich zu sein, hat unser Label in den letzten Jahren sozusagen die „Zeichen der Zeit“
mitgenommen. Der Markt und Absatzraten diktierten Dinge, die wir so ursprünglich nie geplant hatten und so sind
wir von unserem Weg abgekommen. Wenn es um Einnahmen und Umsatz geht, damit das eigene Label
bestehen bleiben kann, haben wir irgendwann aufgehört die Entscheidungen aus ethischer Sicht zu hinterfragen.
Sicherlich ein Prozess, den leider viele Firmen erleiden!
Ein gutes Beispiel dafür sind die Mischfasern. Mischfasern sind leider nur schwer oder gar nicht recyclebar und
bleiben so als Müll auf der Erde zurück. Anfangs hatten wir praktisch keine Mischfasern. Das wurde durch
Nachfrage und Absatzzahlen angepasst. Zum Leidtragen der Erde. Das soll jetzt wieder geändert werden. Wir
schauen auf der einen Seite, wo wir Mischfasern verhindern oder ggf. auf der anderen Seite eine Möglichkeit der
Recyclebarkeit schaffen können.
Wir hoffen mit unserem Engagement einerseits unseren seit Jahren bestehenden Kundenstamm mit auf die
Reise zu einem bewussteren Leben zu nehmen und andererseits auch andere, in ihren Strukturen eingefahrene
Labels wie wir es noch vor Kurzem waren, mitzunehmen und als gutes Beispiel voran zu gehen.

Was bedeutet für dich faire Mode?
Diese Thematik muss man von unterschiedlichen Gesichtspunkten betrachten. Einerseits versuche ich meinem
Team vor Ort möglichst große Freiräume für die Vereinbarung mit Kindern und Familie zu gewährleisten. So gibt
es bspw. viel Home-Office, da wo es möglich ist.
Natürlich ist es auch im Ausland wichtig nicht an der Tür der Fabrik die Verantwortung abzugeben – damit
müssen nicht nur wir aufhören, sondern die gesamte Branche muss an einem Strang ziehen.
Letztendlich bleibt die Frage was empfindet der Kunde als fair? Eine Problemstellung, die in der „Geiz ist Geil“-
Gesellschaft nur mit ausreichend Transparenz angegangen werden kann.

Was macht “like a bird” für dich hier schon besser als andere Marken? Wo siehst du Verbesserungsbedarf?
Wir hatten schon immer ein soziales und nachhaltiges Leitbild. Das wurde leider, wie bereits beschrieben, mit den
Jahren verwässert und wir wollen nun zurück zum Ursprung. Der erste Schritt ist zu realisieren, dass man vom
Weg abgekommen ist und wir dringend und intensiv daran arbeiten müssen. Verbessern können wir uns
sicherlich in vielen Bereichen der Supply Chain und insbesondere in der Auswahl der Textilien.

Wo liegen für ein kleines Label die Herausforderungen wenn man versucht fair und nachhaltig zu
produzieren?
Wir sind keinesfalls perfekt und das behaupten wir auch gar nicht. Wir wollen ein starkes Zeichen in die Richtige
Richtung unseres Unternehmens und der Modebranche setzen. Dabei haben wir gar nicht die Größe oder den Umsatz den es braucht um Teil einer Organisation wie bspw. der Fair Wear Foundation zu werden. Deswegen müssen wir selbst ran.
Die größte Herausforderung liegt für uns darin gesehen und wertgeschätzt zu werden. Insbesondere in Form von
für uns überlebenswichtigen Umsätzen, die wir generieren müssen um unser ursprüngliches Leitbild umsetzen zu
können. Dies war uns bisher leider nicht vergönnt und treibt uns immer wieder an den Rand unserer Existenz.
Leider ist der Endverbraucher in letzter Konsequenz nicht bereit den Preis zu zahlen, den ‘fair’ mit sich bringt das
mussten wir bisher immer wieder feststellen aber noch geben wir die Hoffnung nicht auf!
Die Gesellschaft muss gemeinsam für mehr Fairness kämpfen!

Die schwierigste Frage zum Schluss: Welches ist dein Lieblingsteil aus der aktuellen Kollektion?
Das ist als Designerin natürlich immer schwer zu sagen. Ich liebe es, dass man viele Stücke wunderbarkombinieren kann. Man kann zum Beispiel die kurzärmliche Bluse unter dem Leinen-Pullover tragen. So ist der Detail-Kragen zu sehen und wenn es wärmer wird, kann man den Pullover problemlos ausziehen.

Vielen Dank für deine Zeit liebe Tanja! Ich wünsche euch viel Erfolg auf eurem Weg.

Outfit Details
  • Shirt von Like a bird (100% Seide, fair produziert in Mazedonien)
  • Culottes von People Tree (fair produziert in Indien, 100% Bio-Baumwolle)
  • Schuhe alt, ähnlich hier (vegan, in Italien hergestellt)

-yourfairlady

*PR Sample & Kooperation mit like a bird

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2 comments

Jolene 1. Juni 2018 - 13:17

Das Shirt sieht ja toll aus. 🙂 <3

Reply
Marisa 22. Juli 2018 - 11:46

Vielen Dank 🙂

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