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Tiny House Living with Wohnwagon

by Marisa

Hi meine lieben fairladies,

selbstbestimmtes und nachhaltiges Wohnen ist in Mietwohnungen meist nur schwer und innerhalb gewisser Grenzen möglich. Eine wunderbare Möglichkeit bewusster und sogar auch “off-the-grid”, also autark, zu Wohnen bieten alternative Wohnangebote, wie die kleinen Häuser von WOHNWAGON. Theresa  Steininger, Geschäftsführerin von WOHNWAGON, erzählt uns heute von dem Bau der ersten Wägen, Wohnen in kleinen Häusern und vielem mehr. Tolle Infos zu alternativem Wohnen und viele tolle Tiny Houses zu sehen, gibt es übrigens auch in einem meiner Lieblings YouTube Kanäle Living Big in a Tiny House.

Theresa du kommst eigentlich aus dem Marketing und hast zusammen mit Christian Frantal Wohnwagon gegründet. Kannst du kurz erzählen wie es dazu kam?

Die Idee entstand über den Ärger und die Unzufriedenheit mit der Welt wie sie ist: Klimawandel, Ressourcenverschweundung… so wie es jetzt läuft geht’s nicht weiter! Gleichzeitig fehlen aber Alternativen: Was machen wir?  Wir wollten endlich mal greifbar und spürbar machen: Es geht auch anders! Man kann komfortabel wohnen und sich dennoch auf das Wesentliche reduzieren, man kann Kreisläufe schließen und muss nicht zum absoluten Aussteiger werden. Man kann sich mit Themen wie Bio-Toiletten und Pflanzenkläranlagen beschäftigen und das kann auch richtig cool sein und Spaß machen!

Christian hatte vor vier Jahren die Idee dazu, hier mit dem Wohnwagon ein Statement zu setzen und ich war der erste große Fan der Idee. Mittlerweile hat sich rund um die zwei Sturköpfe die das Thema Wohnen mal ganz neu denken wollten ein Team von zwölf Leuten entwickelt, das autarke, nachhaltige Wohnprojekte plant, begleitet und auch umsetzt. Das macht uns sehr stolz!

Wenn du jetzt nach 20 verkauften Wohnwägen zurückblickst, würdest du dich wieder so entscheiden? Was würdest du anders machen?

Ich freu mich sehr über die vielen schönen Projekte, die in den letzten Jahren entstanden sind. Natürlich sind da auch viele Fehler passiert, manche Wege haben sich rückblickend als Irrweg herausgestellt, wir haben ja auch viel Forschung gemacht und neue Haustechniklösungen für unseren kleinen Wohnraum entwickelt. Der schöne Badeofen beispielsweise in den wir viel Liebe gesteckt haben hat sich dann mittelfristig doch als zu wenig effizient erwiesen in der Speicherung der Enerige. Aber ohne diesen Umweg wären wir nie zu dem innovativen Zentralheizungssystem gekommen, das wir heute in unseren Wägen verbauen können und mit dem wir sicher absoluter Vorreiter sind im mobilen Bereich.

Ich würde also auch die weniger positiven Erfahrungen nicht missen wollen, weil es uns als Team gestärkt und uns den Mut gegeben hat, Dinge selbst in die Hand zu nehmen und immer wieder neu zu denken! Heute haben wir firmenintern einen sehr breiten Wissensschatz aus allen Bereichen von Planung, Handwerk, Haustechnik & Organisation mit dem wir auch größere Projekte abwickeln können.

Wie lief der erste Wohnwagon Bau? Welche Schwierigkeiten hattet ihr?

Puh! Den ersten Wagen haben wir in einem alten Bauernhof gebaut, immer zwei Schritte vor und einen zurück mit sehr viel Learning by Doing. Von der Auswahl der Baumaterialien über das Finden der richtigen Partner bis zur ersten Straßenzulassung haben wir immer wieder Schwierigkeiten zu meistern gehabt. Ich hab in den letzten Jahren eine liebevolle Beziehung zu den Hürden des Unternehmertums entwickelt und festgestellt, dass viel mehr lösbar ist als man denkt!

Man braucht manchmal schon Durchhaltevermögen und muss hart im Nehmen sein wenn das mühsam zusammengebaute Dach vom Prototypen zum Beispiel gerade wieder entfernt wird, weil man in einem Forschungsprojekt festgestellt hat, dass eine andere Dachform neben Wärme- und Stromautarkie auch Wasserautarkie ermöglichen würden. Das tut dann schon weh, wenn der Deckenkran mit einem „Knack“ das Dach runterreisst! Aber: Der Mut zu dem Schritt hat uns zur Serienreife gebracht und uns das Wissen rund um autarke Wasserkreisläufe beschert, die wir mittlerweile auch in größeren Projekten einsetzen können! Unsere Pflanzenkläranlage am Gründach planen wir mittlerweile auch für Einfamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser und sogar gewerbliche Anwendungen.

Viele denken bei „autarkem wohnen“ wahrscheinlich gleich an den Klischee Hippie. Gibt es den Klischee Kunden überhaupt?

Gar nicht! Uns geht es mit dem Autarkie-Gedanken vor allem darum, Kreisläufe zu schließen und nachhaltiges Wohnen mit hohem Wohnkomfort zu ermöglichen. Zu wissen, dass man mit Strom, Wärme und Wasser versorgt ist, egal was in der Welt so passiert, bringt eine große Freiheit und Unabhängigkeit mit sich, durch die man sich dann auch in der Gesellschaft wiederum ganz anders einbringen kann, weil man nicht von den Fixkosten erdrückt wird. Uns geht es um Selbstbestimmung, nicht um den kompletten Ausstieg. Es geht darum, das Thema Wohnen neu zu denken und neue Wege zu finden – und damit sprechen wir eine sehr breite Zielgruppe an!

Was denkst du über das zunehmende Interesse an alternativen Wohnformen wie Tiny Houses? Ist das reiner Minimalismus- oder Nachhaltigkeitstrend, eine echte Bewegung hin zu bewussterem Leben oder, angesichts des Wohnmarktes in vielen Städten/Ländern, eine notwendige Entwicklung?

Der Tiny House Trend vereint glaube ich viele gesellschaftliche Strömungen und es gibt unterschiedlichste Zugänge zu dem Thema. Die einen wollen nachhaltig und näher bei der Natur wohnen, für die anderen ist es eine neue Form von Luxus sich auf das Wesentliche zu reduzieren, manche machen es aus Kostengründen oder auch weil sie sich flexibel bei Gemeinschaftsprojekten anknüpfen wollen. Wichtig ist denke ich, dass wir hier trotz der kleinen und mobilen Bauweise gute Standards realisieren und im Sinne der Nachhaltigkeit Projekte umsetzen, die nicht nach wenigen Jahren wieder von den Fahrgestellen rosten sondern auch entsprechend langfristig genutzt werden können. Darum machen wir auch viel Beratung und Planung für Selbstbauprojekte und bieten unser Wissen rund um Bauphysik, ökologischen Aufbau, Statik und autarke, nachhaltige Haustechnik auch für andere Anwendungsfälle an! 

Wie sieht deine eigene Wohnsituation aus?

Ich wohne im Moment noch in der Stadt in einer Wohnung die so groß ist wie ein Wohnwagon – wir arbeiten aber daran für uns als Firma einen Standort zu finden an dem wir Werkstatt, Büro und Wohnen zusammenlegen können und im Idealfall noch gleich eine kleine Landwirtschaft dabei haben. So ein autarkes Gesamtprojekt, ein kleines Dort quasi, das wäre mein Wohntraum! Mit kleinen individuellen Einheiten und spannenden Gemeinschaftsflächen und einem Ort, an dem alle Lebensbereiche kombiniert werden können.

Was bedeutet autarkes wohnen im Wohnwagon für dich?

Selbstbestimmung! Mit der autarken Versorgung hat man die Basis um sein Leben frei zu gestalten. Keine Fixkosten und dieses Grundwissen: Das kann ich selbst! Das hat auch Auswirkungen auf viele andere Bereiche des Lebens in denen man mit dieser unabhängigen Grundversorgung die Möglichkeit bekommt, aktiver zu gestalten! Für mich hat autarkes Wohnen auch eine ganz starke politische und philosophische Komponente – und eine die sehr viel Potential für neue Lebensmodelle hat! Ich freu mich darüber, dass wir hier einen Beitrag leisten können, Menschen auf dem Weg zu begleiten.

Vielen Dank für deine Antworten liebe Theresa! Ich freu mich schon drauf in “Fanni” Probe zu wohnen.

-yourfairlady

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