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Einfach leben: Interview mit Autorin Lina Jachmann

by Marisa

Hi meine lieben fairladies,

heute freue ich mich ganz besonders euch das Buch “Einfach leben” von Lina Jachmann vorstellen zu können. Das Buch ist ein Minimalismus Ratgeber im Magazin Stil und pünktlich zur Veröffentlichung hat die Autorin sich die Zeit genommen mir und uns ein paar Fragen zu ihrem Buch zu beantworten.

Kannst Du kurz zusammenfassen worum es in Deinem Buch “Einfach leben” geht?

Kurz gesagt: “Einfach leben” ist der Guide für einen minimalistischen Lebensstil.

Ausführlicher: Mehr Zeit, mehr Glück, mehr Geld, mehr Freiheit – dieser Minimalismus-Ratgeber im Magazin-Look inspiriert dazu, Platz für die wichtigen Dinge im Leben zu schaffen. Aufgeteilt in die Kapitel Wohnen, Mode, Körper und Lifestyle werden, aufgelockert mit über 200 Bildern, alle Aspekte eines minimalistischen Lebensstils beleuchtet. Zu jedem Themenbereich gibt es inspirierende Homestorys, Porträts, Interviews, DIYs, Rezepte, motivierende Zitate sowie viele Tipps und Empfehlungen. Der Besuch bei verschiedenen Minimalisten zeigt, wie unterschiedlich minimalistische Wohnungen aussehen können, wie es sich in einem Tiny House lebt und wie man – fast mühelos – in den eigenen vier Wänden für Ordnung sorgt, die bleibt. Zudem blicke ich in einen aufgeräumten Kleiderschrank mit wenigen, unterschiedlich kombinierbaren Kleidungsstücken und erkläre, wie man eine Capsule Wardrobe – eine Garderobe, die nur noch aus Lieblingskleidungsstücken besteht – anlegt. Außerdem geht es um die Frage, wieviel Kleidung wir wirklich brauchen um glücklich zu sein und welche fair-fashion Labels gerade die Modewelt revolutionieren. Der Leser erfährt, wie er das eigene Badezimmer von Verpackungen, Chemie und Mikroplastik befreien kann. Neben tollen Produkt- und Naturkosmetik-Empfehlungen gibt es DIYs, mit denen sich mit wenigen Zutaten Kosmetikprodukte selber herstellen lassen, Kochrezepte für köstliche One-Pot-Gerichte und Tipps für ein spielerisches, unkompliziertes Work-Out im Grünen. Im Kapitel Lifestyle stelle ich den Zero-Waste Lifestyle vor, zeige, wie man nachhaltig und verpackungsfrei einkauft und es gibt viele praktische Tipps, wie sich im Alltag mit kleinen Schritten viel Müll vermeiden lässt. Außerdem gibt es Anregungen dazu, wie sich auch der Kopf entrümpeln lässt: mit Digitalem Detoxen, Achtsamkeit, Dankbarkeit und Meditation. Der Guide beantwortet alle Fragen zum minimalistischen Lebensstil und macht Lust darauf, sofort loszulegen mit dem „Einfach leben“.

Woher kam das Interesse sich mit nachhaltigem Minimalismus als Lifestyle zu beschäftigen?

Ich bin über die Umstellung zur veganen Ernährung auch zum Clean-Eating gekommen. Es tut gut sich mit einfachen, frischen Zutaten gesunde Mahlzeiten zuzubereiten. Diese neue Klarheit habe ich dann nach und nach auch auf andere Lebensbereiche übertragen. Ich habe meinen Badezimmerschrank von ungesunder Kosmetik und überflüssigen Produkten befreit. Auch meinen Kleiderschrank habe ich genau unter die Lupe genommen, mich von Schrankleichen getrennt und eine Capsule Wardrobe, bestehend aus absoluten Lieblingsteilen, zusammengestellt. Insgesamt habe ich meine Wohnung, mein Leben und meinen Kopf radikal aufgeräumt und entrümpelt. Wenn man nur noch wenige Dinge bewusst besitzt, bekommt jeder einzelne Gegenstand plötzlich eine besondere Bedeutung. An dieser Stelle kommt die Nachhaltigkeit ins Spiel. Ich möchte heute zum Beispiel lieber nur ein vernünftiges, gut sitzendes, fair hergestelltes T-Shirt besitzen als zehn T-Shirts, die unter schlimmen Bedingungen produziert wurden. Außerdem ist mir das Thema Zero Waste sehr wichtig geworden. Schon mit keinen Veränderungen können wir im Alltag unglaublich viel Müll einsparen. Ein weiterer Aspekt sind die vielen, interessanten Sharing-Konzepte, die ich gerne vorstellen möchte. Denn wir müssen heute gar nicht mehr alles selbst besitzen. Das Teilen spart wertvolle Ressourcen und bringt uns wieder näher zueinander. Der grüne Minimalismus bringt eine Klarheit und Leichtigkeit in das Leben, von der alle profitieren: der Einzelne, die Gesellschaft und die Umwelt.

Wie würdest Du deinen eigenen Lifestyle beschreiben?

Ich bin eine entspannte grüne Minimalistin. Ich bin nicht perfekt, aber darum geht es auch nicht. Natürlich möchte ich irgendwann gerne erreichen, dass mein gesamter Abfall eines Jahres in ein einziges Weck-Glas passt. Da arbeite ich jeden Tag dran – mit vielen kleinen Schritten. Viel wichtiger ist aber, dass Konsum in meinem Leben keine große Rolle mehr spielt. Denn die wichtigsten Dinge im Leben sind nunmal keine Dinge.

Konntest du aus deinen Recherchen auch Neues für deine eigene Lebensweise entdecken oder vielleicht Sachen, die für dich überhaupt nicht ok wären?

Ich habe alle Tipps, Tools und Empfehlung aus meinem Buch selbst getestet. Die App Codecheck hat mir zum Beispiel sehr geholfen, zu einem noch mündigeren Verbraucher zu werden. Eine wichtige Erkenntnis war auch, dass jeder Kassenbon ein Stimmzettel ist. Mit jedem Einkauf entscheiden wir aktiv welche Marken und Firmen es geben soll. Ich fand es sehr interessant, verschiedene Minimalisten und minimalistische Lebensweisen kennenzulernen. Ich habe gelernt, dass Minimalismus sehr individuell ist und unterschiedlich interpretiert werden darf. Joachim Klöckner aus Berlin lebt zum Beispiel mit nur 50 Dingen und schläft in einer Hängematte. Das wäre mir zu extrem – und auf Dauer wahrscheinlich zu unbequem. 😉

Im Moment scheint es ja einen richtigen Minimalismus Boom zu geben. Was hat dich bei deiner Recherche im Bereich Minimalismus am meisten überrascht oder beeindruckt?

Am meisten haben mich die unterschiedlichen Ideen und Menschen dahinter inspiriert. Von Joachim Klöckner der mit nur 50 Dingen lebt, über Constantin Peyfuss der in einem 8qm-Wohnwagen wohnt bis hin zu Shia und Hanno Su die zusammen nur ein Glas Müll im Jahr produzieren.

Was möchtest du Deinen Leser*innen mit auf den Weg geben?

“Einfach leben” ist wirklich ganz leicht. Zum Aussortieren einfach jeden Gegenstand kurz in die Hände nehmen und kritisch fragen, ob er das Leben wirklich bereichert. The Minimalists fassen es auch gut zusammen: Liebe Menschen und benutze Dinge und nicht andersherum.

Vielen Dank liebe Lina für deine Zeit und deine Antworten. Ich freue mich schon drauf dein Buch zu lesen!

Vielen Dank für Deine inspirierenden Fragen.

 

Das Buch von Lina Jachmann erscheint am 16. März im Handel herausgegeben durch den Knesebeck Verlag. Nicht verpassen!

-yourfairlady

 

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2 comments

Bettina 24. März 2017 - 14:49

Die Idee(n), die hinter diesem Buch stehen sind alle richtig und wichtig. Wenn nur das Aussortieren nicht so aufwändig wäre – und damit meine ich nicht das “ob” etwas wegkann, sondern das “wohin”. Die aussortierten Dinge sind ja meist noch gut und gehören nicht in den Müll. Aber das Weitergeben kann sehr zeitaufwändig sein …

Reply
Marisa 28. März 2017 - 20:01

Ja da hast du Recht liebe Bettina! Den Prozess habe ich auch gerade erst hinter mir und es ist wirklich teilweise anstrengend und zeitaufwendig die Sachen loszuwerden. In diesem Beitrag und in diesem habe ich ein bisschen darüber berichtet wenn es dich interessiert 🙂

Liebe Grüße, Marisa

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