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Grundstoff: It´s all about that Base

by Marisa

Hi meine lieben fairladies,

schon wieder der dritte Advent und damit gibt es für euch heute den dritten Shop, den ich euch in der Vorweihnachtszeit vorstellen möchte. Nach schöner Eco-Fashion mit Fine Birds und tollen Schals von Yakmandu geht es heute mehr um die gute Basis, eben den grundstoff. Grundstoff ist eine Online Shop bei dem es ausschließlich fair produzierte und nachhaltige Textilien gibt. Die Grundidee war es bezahlbare, qualitativ hochwertige Kleidung ohne große Labels, Logos oder Druckmotive drauf anzubieten. Das Herz eines Eco-Fashion Liebhabers schlägt hier wirklich höher, weil es hier eben den grundstoff für unsere Outfits gibt – ohne Schnickschnack und für einen tollen Preis  mit super schneller Lieferung. Für alle anderen die noch sagen Eco-Fashion ist nicht bezahlbar gibt es spätestens mit grundstoff keine Ausrede mehr. Auf den Bildern könnt ihr meinen neuen Pulli und die großartige Sonnenbrille von grundstoff sehen, die schon gleich einen sonnigen Tag genießen durfte. Aber jetzt mehr zu grundstoff: Denis Opper, einer der beiden Gründer von grundstoff erzählt uns heute ein bisschen über die Anfänge und Hintergründe von grundstoff.

Grundstoff.net wurde 2007 gegründet. Woher kam die Idee einen Online Shop für Kleidung zu starten?
Die grundlegende Idee, Kleidung über das Internet zu verkaufen, hatten Nico und ich bereits 2005. Wir starteten mit dem Verkauf von veredelten T-Shirts, gingen diesen Weg, mangels durchschlagendem Erfolg und der zwischenzeitlich gereiften grundstoff-Idee, aber lediglich 1,5 Jahre. Grundstoff startete dann im Januar 2007.

Online Shops für Kleidung gab und gibt es ja wie Sand am Meer. Wie war der Start für grundstoff?
Zum Zeitpunkt unseres Starts gab es deutlich weniger Online-Shops als heute und die gesamte Branche steckte, aus heutiger Sicht, noch in den Kinderschuhen. Wir sind beispielsweise älter als Zalando! Der Start von grundstoff war unspektakulär und, wie unsere gesamte Firmengründung, anfangs ein Experiment. Das Umfeld und die Umstände damals machten es möglich, dass zwei Jungs, 26 und 27 Jahre alt, in einem ehemaligen Schweinestall, auf ca. 14qm, eine Webseite gebaut haben, insgesamt 4.000€ in Ware investierten und so erfolgreich ein Unternehmen gründeten.

Wann kam der Wechsel zu nachhaltigen Produkten?
Wir hatten anfangs die Idee, die Lücke zwischen unmodischer Basic Kleidung und teurer Markenware zu schließen. Nico und ich sind beide keine Typen, denen es wichtig ist, bestimmte Marken zu tragen, nur weil es gerade angesagt ist und noch unwichtiger ist es uns, dies nach außen zu tragen und anderen zeigen zu müssen. Unser Ziel war es Kleidung anzubieten, die ohne große Markenlogos und Motive daherkommt und trotzdem (oder gerade deshalb) gut aussieht. Durch verschiedene Messen, Veranstaltungen und einen unserer Lieferanten, der zufällig bereits fair produzierte, kamen wir immer häufiger mit fairer Kleidung in Kontakt und interessierten uns zunehmend für den Ursprung und den Hintergrund der Produkte, die wir anboten. Wir hielten dann mehrere Jahre lang eine “faire” Quote von 75, später dann 90 Prozent, konnten uns aber aus wirtschaftlichen Gründen (noch) nicht von einigen konventionellen “Topsellern” trennen. Anfang 2014 haben wir uns dann klar positioniert und die Geschäftsbeziehungen mit konventionellen Anbietern eingestellt, Rückblickend war das eine gute und konsequente Entscheidung, die wir nicht bereut haben, auch wenn sie zunächst und kurzfristig finanzielle Einbußen bedeutet hat.

Wie haben eure bisherigen Kunden auf den Umschwung reagiert?
Wir haben Kunden, die sehr genau auf den Ursprung der Kleidung achten, die sie bei uns kaufen und auch Kunden, denen das weniger wichtig ist. Durch die klare Positionierung hat sich aus Kundensicht, durch unseren schon immer recht hohen Anteil an fairer und ökofairer Kleidung, wenig geändert. Es kam zwar anfangs recht häufig vor, dass Stammkunden bestimmte konventionelle Teile vermisst haben, die es nun logischerweise nicht mehr gab, hier konnten wir aber in den allermeisten Fällen eine zufriedenstellende, faire Alternative anbieten.

Was macht für dich nachhaltige und faire Kleidung aus?
Kleidung ist dann fair, wenn die Menschen, die Sie herstellen, selbstbestimmt agieren, klar definierte Rechte haben, gut von Ihrer Arbeit leben können und durch eben diese Arbeit keine, insbesondere langfristigen, gesundheitlichen Schäden davontragen. Wenn durch die Vermeidung kritischer Chemikalien, eine moderne Wasseraufbereitung und ein geregeltes Abwassersystem darüber hinaus dann auch noch die Umwelt weniger leidet, dann ist das eine sehr gute Sache.

Worauf achtet ihr besonders bei den Produkten die ihr für Grundstoff auswählt?
Die Auswahl unserer Lieferanten erfolgt einerseits anhand klar definierter Anforderungen, die wir an die Produktion stellen und durch seriöse Zertifikate abgesichert wissen möchten, andererseits aber auch durch einen Vertraunesvorschuss und das Ursprungsland der Artikel, die wir beziehen. Bei Ware, die beispielsweise in einer niederländischen Behindertenwerkstatt entsteht vertrauen wir auf europäische Standards, auch ohne Zertifikat. Bei einem T-Shirt aus Bangladesch würde uns die bloße Zusage einer, wie auch immer definierten, fairen Produktion nicht genügen und wir achten sehr genau auf einheitliche, international gültige und unabhängige Zetifikate und Siegel wie zum Beispiel die der Fair Wear Foundation und des GOTS (Global Organic Textile Standard).

Wo siehst du die größten Herausforderungen in Bezug auf faire und nachhaltige Mode?
Die größte Herausforderung ist die Glaubwürdigkeit zu wahren und Standards nicht aufzuweichen oder Greenwashing zu betreiben. Man muss genau hinsehen, wir ebenso, wie der Endverbraucher. Wir stehen hinter den Teilen die wir anbieten und haben ein gutes Gefühl dabei Kleidung zu verkaufen, die fair hergestellt wurde, für die nicht gelitten wurde oder ganze Landstriche verseucht wurden. Es gibt bei vielen Menschen den Irrglauben, dass “fair” und “bio” lediglich Marketinginstrumente von sehr schlauen Menschen sind, die mit der Gutmütigkeit der Verbraucher spielen, diese ausnutzen und dadurch unberechtigterweise stinkreich werden. Untermauert wird diese These fast immer mit einem(!) Bericht zu fragwürdigen Bedingungen auf Fairtrade Kaffeeplantagen. Aus meiner Sicht ist das Gegenteil der Fall: Die Gewinnspannen sind im konventionellen Modebereich oft höher als bei fair hergestellter Kleidung und da die Kaufentscheidung, bei den allermeisten Kunden, am ehesten durch einen niedrigen Preis herbeigeführt wird, könnten wir wirtschaftlich besser dastehen wenn wir konventionelle Teile anbieten würden. Ich weiß, wo ich T-Shirts für 0,80€ einkaufen könnte, wenn ich wollte…

Denken wir uns mal 5 Jahre in die Zukunft. Wo siehst du dich und grundstoff?
In fünf Jahren möchte ich eigentlich gerne noch immer faire Kleidung verkaufen, allerdings jedes Jahr ein paar T-Shirts, Schuhe und Hosen mehr und in noch breiterer Auswahl. Grundlegend ändern muss sich nicht viel, ich hoffe allerdings, dass es in fünf Jahren mindestens vier Jahre her ist, dass wir endlich ein grundlegend neues und ultramodernes Shopsystem gelauncht haben.

Wie immer die schwierigste Frage zum Schluss: Welches sind momentan deine Lieblingsteile im Shop?
Meine aktuelle – sehr subjektive – “Top3”: das “Seeks Sweatshirt, die Hemden aus Biobaumwolle und die Five-Pocket-Hose.

Vielen Dank Denis, dass du dir die Zeit für die Fragen genommen hast und vielen Dank nochmal an grundstoff für meinen neuen Lieblings grundstoff.

-yourfairlady

Outfit Details
– Sweater by grundstoff (organic cotton)
– Jeans by Kings of Indigo (organic cotton and recycled yarn)
– Sunglasses by grundstoff (bamboo and recycled plastic)
– Necklace old but beautiful handmade ones here or here
– Blouse old but similar here (organic cotton).

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4 comments

Naelle - Once in Paris 16. Dezember 2015 - 22:04

find ich auch, sehr sympathisch! und es ist immer spannend über gründerprozesse zu lesen!

lg aus paris!

Reply
Marisa 17. Dezember 2015 - 9:49

Freut mich dass dir der Beitrag gefallen hat liebe Naelle und viele Grüße zurück 🙂

Reply
Ruhrstyle 16. Dezember 2015 - 15:29

Ein sehr sympathischer Store und das Bild habe ich ja schon bei Facebook geliked. Ich mag die Stimmung auf dem Foto sehr gern – das Outfit natürlich auch 🙂

viele liebe Grüße
Rebecca

Reply
Marisa 16. Dezember 2015 - 18:37

Vielen Dank liebe Rebecca 🙂 habe mich sehr über deinen Kommentar gefreut!

Ganz liebe Grüße, Marisa

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